500er-Regel berechnen

Die 500er-Regel ist die schnelle Faustformel für die längste Belichtungszeit ohne sichtbare Strichspuren.

Rechner

mm
500er-Regel20,8 s
300er-Regel (strenger)12,5 s
200er-Regel (sehr streng)8,3 s
Äquiv. Brennweite (Kleinbild)24 mm

Maximal 20,8 s nach der 500er-Regel. Auf modernen, hochauflösenden Sensoren ist die NPF-Regel meist treffsicherer.

Die 500er-Regel ist die bekannteste Faustformel der Astrofotografie: maximale Belichtungszeit = 500 geteilt durch die kleinbildäquivalente Brennweite. Sie ist schnell im Kopf zu rechnen und gut für einen ersten Anhaltspunkt. Mit kürzeren Brennweiten darf man länger belichten, mit längeren entsprechend kürzer.

Weil die Regel die Pixelgröße ignoriert, ist sie auf heutigen, hochauflösenden Sensoren oft zu optimistisch. Strengere Varianten (300er, 200er) und vor allem die NPF-Regel liefern punktförmigere Sterne.

Formel

t = K / (Brennweite · Crop)\nK = 500 (bzw. 300 / 200)
  • t – max. Zeit (s)
  • Crop – Formatfaktor

Rechenbeispiel

24 mm am Vollformat (Crop 1,0): t = 500 / (24 · 1) ≈ 20,8 s. Am APS-C (Crop 1,5) sinkt der Wert auf 500 / (24 · 1,5) ≈ 13,9 s, weil der Ausschnitt enger ist.

Hintergrund & Praxis

Die 500er-Regel ist bewusst grob: Sie sagt nichts über Pixeldichte, Deklination oder die zulässige Strichlänge aus. Für Weitwinkel-Milchstraße auf moderaten Auflösungen reicht sie; bei Teleobjektiven oder 40+ Megapixeln solltest du die NPF-Regel nutzen und im Zweifel kürzer belichten.

Häufige Fragen

Wie funktioniert die 500er-Regel?
Maximale Belichtungszeit = 500 / (Brennweite × Crop-Faktor). Bei 24 mm am Vollformat sind das rund 21 s.
Warum gibt es auch eine 300er- und 200er-Regel?
Sie sind strenger und liefern punktförmigere Sterne auf hochauflösenden Sensoren oder großen Drucken. Der Faktor wird einfach kleiner gewählt.
500er-Regel oder NPF-Regel?
Die 500er-Regel ist schneller, die NPF-Regel genauer, weil sie Blende und Pixelgröße einbezieht. Bei vielen Megapixeln führt die 500er-Regel oft zu leicht gestreckten Sternen.
Gilt die Brennweite oder die Kleinbild-Äquivalente?
Die kleinbildäquivalente – deshalb steckt der Crop-Faktor in der Formel. Am Crop-Sensor wird die zulässige Zeit kürzer.