NPF-Regel berechnen: schärfste Sterne ohne Strichspuren
Die NPF-Regel liefert die längste Belichtungszeit, bei der Sterne noch punktförmig bleiben – deutlich präziser als die 500er-Regel.
Rechner
Belichte höchstens 13,9 s, damit die Sterne punktförmig bleiben. Die 500er-Regel würde 25,0 s erlauben – meist zu lang.
Bei der Astrofotografie verwandeln sich Sterne in kurze Striche, sobald die Belichtungszeit die Erddrehung sichtbar macht. Die NPF-Regel berücksichtigt – anders als die einfache 500er-Regel – Blende (N), Pixelgröße (P) und Brennweite (F) und liefert deshalb für moderne, hochauflösende Sensoren realistischere Werte. Gerade bei vielen Megapixeln sind die Pixel klein, und Strichspuren werden früher sichtbar.
Der Rechner ermittelt den Pixelpitch aus Auflösung und Sensorbreite und gibt die maximale Belichtungszeit aus. Zum Vergleich zeigen wir die 500er-Regel.
Formel
t = (35 · N + 30 · p) / f
- t – max. Zeit (s)
- N – Blende
- p – Pixelpitch (µm)
- f – Brennweite (mm)
Pixelpitch p = Sensorbreite(µm) / horizontale Pixelzahl.
Rechenbeispiel
20 mm, f/2,8, 24 MP Vollformat → Pixelpitch ≈ 5,97 µm. t = (35·2,8 + 30·5,97) / 20 ≈ 13,9 s. Die 500er-Regel würde 25 s erlauben – auf 24 MP wären die Sterne dann bereits leicht gestreckt.
Hintergrund & Praxis
Die NPF-Regel gibt es in einer „Default“- und einer strengeren „Accurate“-Variante; dieser Rechner nutzt die verbreitete Form mit den Faktoren 35 und 30. Sie ist eine sehr gute Näherung, ersetzt aber kein Pixel-Peeping: Bei Deklination nahe dem Himmelsäquator bewegen sich Sterne am schnellsten, in Polnähe langsamer. Für maximale Schärfe lieber etwas kürzer belichten und ISO erhöhen oder mehrere Aufnahmen stacken.