Schärfentiefe berechnen (Depth of Field)

Berechne Nah- und Ferngrenze, die gesamte Schärfentiefe und die hyperfokale Distanz für jede Kombination aus Brennweite, Blende, Fokusdistanz und Sensorformat.

Rechner

mm
m
Nahgrenze3,43 m
Ferngrenze9,19 m
Schärfentiefe gesamt5,76 m
Hyperfokale Distanz10,90 m
Zerstreuungskreis (CoC)0,0288 mm

Bei 50 mm, f/8 und Fokus auf 5,0 m (Vollformat (Kleinbild, 35 mm)) ist alles von 3,43 m bis 9,19 m scharf.

Die Schärfentiefe (englisch Depth of Field, DoF) ist der Bereich vor und hinter der Fokusebene, der im Bild akzeptabel scharf erscheint. Sie hängt von vier Größen ab: Brennweite, Blende, Fokusdistanz und – über den Zerstreuungskreis – vom Sensorformat. Längere Brennweiten, größere Blenden (kleine f-Zahl) und kürzere Distanzen verkleinern die Schärfentiefe; kleinere Blenden (große f-Zahl) und größere Distanzen vergrößern sie.

Dieser Rechner verwendet die klassische Schärfentiefe-Formel mit dem Zerstreuungskreis nach dem Kriterium Diagonale ÷ 1500 (Zeiss-Konvention). So erhältst du Nah- und Ferngrenze, die gesamte Schärfentiefe sowie die hyperfokale Distanz – jeweils exakt für dein Format.

Formel

Hyperfokale Distanz H und Schärfentiefe-Grenzen:

H = f² / (N · c) + f\n\nNahgrenze  D_n = s · (H − f) / (H + s − 2f)\nFerngrenze D_f = s · (H − f) / (H − s)   (für s < H, sonst ∞)
  • f – Brennweite (mm)
  • N – Blendenzahl
  • c – Zerstreuungskreis (mm), aus dem Format
  • s – Fokusdistanz

Rechenbeispiel

50 mm, f/8, Fokus 5 m, Vollformat (c ≈ 0,029 mm):

H = 50² / (8 · 0,029) + 50 ≈ 10,9 m. Damit ergeben sich Nahgrenze ≈ 3,43 m und Ferngrenze ≈ 9,19 m – die Schärfentiefe reicht über rund 5,8 m. Blendet man auf f/16 ab, wandert die Ferngrenze gegen unendlich, weil die Fokusdistanz die (dann kleinere) hyperfokale Distanz erreicht.

Hintergrund &amp; Praxis

Der Zerstreuungskreis ist eine Konvention, keine Naturkonstante: Er beschreibt, ab welcher Unschärfe das Auge eine Stelle als „unscharf“ wahrnimmt – bei normaler Druckgröße und Betrachtungsabstand. Wer stark vergrößert oder pixelgenau beurteilt, sollte einen kleineren CoC ansetzen; die Schärfentiefe fällt dann geringer aus. Für Landschaft fokussiert man oft auf die hyperfokale Distanz, um vom halben Abstand bis unendlich alles scharf zu bekommen (siehe Hyperfokal-Rechner).

Häufige Fragen

Wie berechne ich die Schärfentiefe?
Aus Brennweite, Blende, Fokusdistanz und dem Zerstreuungskreis des Sensorformats. Zuerst die hyperfokale Distanz H = f²/(N·c)+f, daraus Nah- und Ferngrenze. Dieser Rechner macht das automatisch.
Welche Rolle spielt das Sensorformat?
Das Format bestimmt den Zerstreuungskreis c (≈ Diagonale/1500). Kleinere Sensoren haben einen kleineren CoC – bei gleicher Brennweite und Blende ist die Schärfentiefe daher tiefer, aber man braucht auch eine kürzere Brennweite für denselben Bildwinkel.
Was ist die hyperfokale Distanz?
Die Fokusdistanz, bei der die Ferngrenze gerade unendlich wird. Fokussiert man darauf, ist alles vom halben Wert bis unendlich scharf. Details im Hyperfokal-Rechner.
Warum wird die Ferngrenze manchmal „unendlich“?
Sobald die Fokusdistanz die hyperfokale Distanz erreicht oder überschreitet, reicht der scharfe Bereich bis unendlich – die Ferngrenze ist dann nicht mehr endlich.
Beeinflusst die Blende die Schärfentiefe stärker als die Brennweite?
Beide wirken, aber unterschiedlich: Abblenden (größere f-Zahl) vergrößert die Schärfentiefe linear über den CoC-Term, während die Brennweite quadratisch in die hyperfokale Distanz eingeht. Lange Brennweiten reduzieren die Schärfentiefe daher besonders deutlich.